Was ist Psyche?

Psyche ist das Versammeln aller anderen elf Weltanschauungen im Menschen drinnen. Psyche ist das ganze Weltanschauungsspiel in jedem einzelnen Menschen drin vereinigt. Dies wird vom Psychismus (PCM) beschrieben.

Die Opposition des Psychismus vereinigt alle anderen Weltanschauungen in jedem (von einem Menschen wahrgenommenen) Moment in der Welt: der Phänomenalismus (PLM) vereinigt so alle anderen elf Weltanschauungen draussen in der ‘angeschauten Welt’. Der Phänomenalismus ist die Weltanschauung der ‘Welt-Anschauung’.

Dieses Oppositionspaar hat eine grosse Rolle im Weltanschauungsprinzip. Ohne die beiden hätte der Mensch keinen Bezug zu den anderen zehn Weltanschauungen. Gleichsam benötigen auch die Weltanschauungen jenes Oppositionspaar um den Menschen zu erreichen, denn ohne den Menschen haben auch sie keinen Angriffspunkt durch den sie wirken können. Es wäre eine sehr stille Welt was das wahre Leben anbelangt, könnten die Weltanschauungen nicht wirken.

Wird dieses PCM-PLM-Oppositionspaar ausgebildet, bilden sich auch alle anderen WA aus. Sie bilden den Dreh- und Angelpunkt für die anderen WA, sie sind wie zwei Hauptbahnhöfe zwischen verschiedenen grösseren Städten; sie verbinden alles. Und auch zwischen ihnen findet sich eine Verbindung, eine, die ich aber noch näher studieren muss. Sie scheinen einander überall zu bedingen, und – ganz anders als andere WA – stets gleichzeitig vorhanden zu sein und sich am anderen nicht zu stören. Es ist eher eine Partnerschaft von Ungleichem oder Umgekehrtem, als eine Opposition.

Psyche ist dadurch, dass sie vor allem als Schnittstelle für WA im Menschen dient, nicht selber etwas. Und doch ist sie viel grösser als eine einzelne WA sonst ist. Sie ist nicht eine geistige Kategorie, noch ein geistiges Wesen; sie zeigt sich nicht, aber sie zeigt unablässig von sich. Die Psyche ist etwas sehr schwer Fassbares.

Mit jeder gezielten Beschäftigung im WAP erwächst der Eindruck, dass da wieder etwas ist, das über den Kreis der DWA hinausschiesst, und relativ zu den anderen viel zu mächtig wirkt – so auch beim Psychismus. Da die DWA im WAP einander jedoch ergänzen, hat jede mit ihrer Rolle ihre Grenzen, innerhalb ihrer Rolle jedoch eine grenzenlos gross scheinende Domäne.

Siehe auch: “Was ist Phänomen?”

Definitionen und Begriffe

Psychismus betreffende Worte und Begriffe werden im Folgenden in kurzer Form erläutert.

G

Gaslighting – Das englische Wort kommt von einem Film ähnlichen Namens. Da es jedoch nicht beschreibend ist für den Vorgang, ist ein verständliches Wort eher angebracht: Schuldverkehrung.

H

Hypnose – Der Fokus des Bewusstseins auf eine bestimmte Sache (durch einen Hypnotisierenden), unter Ausschluss alles anderen.

S

Suggestion – Die Auswahl von Worten und die Formulierung von Sätzen, die unabhängig vom Wesen einer Idee dazu führen, dass eher Zustimmung erreicht wird.

Psychonomie und Methode

Von psyche (Psyche) und nomos (Gesetz). In diesem Artikel geht es damit um die Gesetze der Psyche.

Im Artikel ‘Methode des Psychismus‘ wird angeschaut, in welcher Reihenfolge eine Handlung stattfindet. Es beginnt bei der Intention, der Absicht, für diese gibt es die Bedingung, die Kondition. Dann kommt die Aktion, darauf folgt die Reaktion, je nachdem ob die Kondition erfüllt wurde. Wurde sie erfüllt, kommt es zur Akquisition, die Intention wird erfüllt.

Als Mensch ist man immer am Handeln. Man ist stets in der Aktion drinnen. Aktion und Intention kommen meist miteinander, ausser das Problem bereitet einem wirklich Schwierigkeiten, dann muss man sich Überlegungen machen. Wenn sich also an der Reaktion abzeichnet, dass die Aktion die Kondition nicht erfüllt hat, so hat man eher die Kondition zu studieren, weniger die Aktion. Es ist natürlich auch möglich, dass das Problem alleine an der Aktion lag, aber dann sieht man an der Aktion selber, dass da ein Problem ist, und man hat nur auf sie selber zurück zu gehen. Und wenn sich an der Akquisition abzeichnet, dass davor irgendwas nicht stimmte, man dies jedoch bei der Reaktion noch nicht erkennen konnte, so hat man bis zur Intention zurück zu gehen. Dazu ist folgendes Schema vielleicht nützlich:

Da wir uns nun jedoch mit Problemen der Psychonomie beschäftigen, wo man sich nicht einmal sicher sein kann, ob die Akquisition stattgefunden hat, muss man noch einen weiteren Punkt dazu nehmen, nämlich die Konklusion, den Rückschluss. Obiges Schema reicht für die Physionomie aus, für das Studium der Gesetze der physischen Welt, aber nicht für die Psychonomie. Und weil wir auch von der Kondition nicht mit Sicherheit wirklich wissen können, was sie alles beinhaltet, müssen wir noch einen weiteren Schritt einfügen, nämlich die Präparation, die Vorbereitung zur Aktion. Diese ist zwischen Kondition und Aktion, um etwas früher sehen zu können, ob man bereits mit der Kondition einen Fehler gemacht hat. Das Schema sieht dann so aus:

Dieses komplizierte Vorgehen ist notwendig, weil sich in der Psychonomie so vieles findet, von dem man kaum wissen kann. Deswegen müssen die Dinge etwas weiter aufgebrochen werden, damit mit mehr Bewusstsein an den einzelnen Schritten gearbeitet wird. Macht man nun in den ersten drei oder vier Schritten einen Fehler, so ist klar, dass man zurück gehen muss, und es wird auch eher noch klar sein, bis wo man zurück gehen muss. Macht man jedoch später einen Fehler, so muss man weiter zurück, als man an diesem Punkt vielleicht möchte. Denn je länger sich ein Fehler in der grösstenteils okkulten Psychnomie nicht bemerkbar macht, desto eher bedeutet dies, dass der ursprüngliche Fehler vermutlich umso weiter zurück liegt. Ist alles richtig, bis man in der Konklusion einen Fehler entdeckt, so muss man ganz zurück, bis zur Intention, und alle Schritte dazwischen müssen erst einmal beiseite gelegt werden.

Es ist für die Psychonomie eigentlich verfrüht, über deren Gesetze zu lernen, vielleicht sogar als Disziplin überhaupt zu existieren. Der Psychismus hat in der Gegenwart als erstes durch den Logismus zu wirken, die okkulte Welt ist für ihn nicht angebracht. Mit psychonomischen Erkenntnissen kann viel Missbrauch getrieben werden. Jene, welche Suggestionen verwenden, um bei anderen Menschen ein gewisses Denken und Verhalten zu bewirken, wissen sehr genau um das zerstörerische Potential solchen Wissens, und manche von ihnen gebrauchen diese Dinge tatsächlich auch für egoistische Ziele. Okkultistische Erkenntnisse zum Psychismus werden dann zum Teil durch den Voluntarismus in der Form psychologischer Gewalt angewendet. Manche von diesen Menschen, welche solche Erkenntnisse egoistisch gebrauchen, nennen sich Hypnotiseure, andere Sektenführer. Manchmal findet man Menschen welche solche Kenntnisse haben, und auch erschreckend viel Übung darin diese anzuwenden. Man findet solche Überzeugungskünstler bei Politikern, manchmal aber auch bei unscheinbaren Menschen, welche ihre Umgebung manipulieren, ohne dass diese gross davon etwas mitbekommt. In der Esoterik nennt man diese Praxis ‘graue Magie’. Menschen werden da nicht direkt gezwungen, aber es wird ihnen dennoch viel Freiheit genommen.

Und bei manchen Themen muss solcher, zu subtiler Gewalt bereiter, Menschen wegen die Frage gestellt werden, ob bestimmte Dinge auch wirklich so öffentlich behandelt werden sollten. Und vielleicht ist die Behandlung der Psychonomie tatsächlich mit solchen Gefahren verbunden, dass man diese Dinge besser wieder aus dem öffentlichen Raum entfernt, weil sich da sehr viele Scharlatane finden, welche solche Überlegungen oder solches Wissen nur zu ihrem eigenen Vorteil zu verwenden versuchen, und andere Menschen in grässlicher Weise für sich zu benutzen wissen. Je individualistischer die Menschen werden, desto grösser ist die Gefahr, dass sie auch egoistischer werden.

So viel zur Methode der Psychnomie.

Die Schwäche des Psychismus

Sucht man nach dem Begriff Psychismus, so findet man Beschreibungen und Definitionen, welche den Psychismus als “Atem”, “Hauch” usw darstellen, als wäre es ein kleiner Pneumatismus. Vielleicht ist das auch nicht ganz falsch, jedoch ist der Psychismus als WA mehr, als der kleinere Teil einer grösseren WA.

Dann findet sich, z.B. bei einem Wörterbuch zum Thema Psychologie zum Begriff ‘Psyche’ (der Begriff Psychismus ist darinnen gar nicht erst zu finden), Folgendes:

“Nicht nur die Psyche als metaphysisches Konstrukt, auch die psychischen Phänomene beschäftigten die Menschen schon immer. Das entscheidende Kennzeichen der modernen akademischen Psychologie ist, dass sie sich aller Letzt-Erklärungen des Wesens der Psyche enthält. Das schliesst den Verzicht auf metaphysische Aussagen ein.”

Wörterbuch der analytischen Psychologie

Danach kommt ein Absatz, wie sich der Mensch nach der Geburt eine Psyche aufbaut, in einem ‘Psychifikationsprozess’.

Wie kommt es nun, dass für alles Psychische und Psychologische gerne der Phänomenalismus zu Hilfe genommen wird? Es ist schliesslich problemlos möglich, den Materialismus ohne den Spiritualismus zu beschreiben, und umgekehrt, oder den Realismus ohne den Idealismus und umgekehrt. Es ist auch sehr einfach, den Phänomenalismus ohne den Psychismus zu beschreiben, ja, der Psychismus käme einem da eher in den Weg, als sonst etwas, sofern man den Phänomenalismus richtig zu beschreiben weiss.

Man könnte hier noch einiges anmerken, zu der Beschreibung dieses Wörterbuches über die Psyche. Wie traurig zum Beispiel es ist, einen solchen Satz in einem Buch der Psychologie über die Psyche zu lesen. Was macht denn die Psychologie, wenn die Frage ‘Was ist Psyche?’ nicht als allererstes kommt? Es ist nicht einfach zu wissen, wie eine solche Aussage gemeint ist, aber ein Wörterbuch hat für gewöhnlich die Aufgabe beschreibend zu sein, nicht eine Kritik zu bilden. Wäre das Wörterbuch kritisch gegen den Zusand der gegenwärtigen Psychologie, so würde es doch auch eher noch den Begriff ‘Psychismus’ aufführen, der sich missen lässt. Ein solches Zitat ist in diesem Sinne doch wirklich unbegreiflich. Vielleicht ist es gar bezeichnend für den generell trüben Zustand der gegenwärtigen Psychologie.

Der Psychismus hat überhaupt nichts mit dem Phänomenalismus zu tun, ausser dass er eine Umkehrung desselben ist. Man könnte sagen: es gibt nichts, was weiter vom Psychismus weg ist, als den Phänomenalismus. Um den Psychismus kennen zu lernen, ist es sehr hilfreich, ihn abgrenzen zu können, so wird der Phänomenalismus hier noch einige Male im Zusammenhang mit dem Psychismus auftauchen.

Ein Bild des Psychismus gehört eigentlich in die Rubrik ‘Präsentation’, aber es wird niemandem schaden, wenn es auch hier bei Kontention kurz erwähnt wird. Man stelle sich für den Psychismus einen Nebel vor, der alles verdeckt, und dieser Nebel weicht erst, wenn sich da ein Mensch findet. Der Nebel lichtet sich überall dort, wo sich ‘Psyche’ bewegt. Da gibt es keine Erscheinung ausserhalb derselben, nur diesen Nebel. Gleichsam ist auch die Psyche keine Erscheinung – wer hat sie denn schon einmal gesehen?

Man kann sie nicht sehen, und man kann auch nicht sagen: “aber dennoch ist die Psyche da”- was ‘da’ auch immer bedeuten mag – obwohl jeder weiss, dass es stimmt: wir können es nicht sagen, denn sie ist so nah bei uns, dass sie Teil von uns ist, ohne aber, dass man Psyche ist. ‘Ich’ bin nicht Psyche, ich bin (mein) ‘Ich’. Psyche liegt lediglich direkt ausserhalb davon, während das Ich gleichzeitig aber an der Psyche Teil hat. Ich kann also sagen: “ich bin”, ich kann sagen “Erscheinung ist”, “du bist” usw, aber ich kann nicht (mit dem Phänomenalismus) sagen: “Psyche ist”, weil Psyche eben keine Erscheinung ist. Psyche ist damit weder Ich noch Erscheinung. Und so ist es die grösste Verkehrtheit, den Phänomenalismus zu benutzen, um den Psychismus zu beschreiben. Der Phänomenalismus hat eine komplett andere Sprache, eine für den Psychismus sehr unpassende Sprache, um ihn für solcherlei Beschreibereien zu benutzen.

Ein sprachliches Bild ist am ehesten mit einem der zwei Nachbarn des Psychismus zu bilden, um ihm näher zu kommen. Der Idealismus ist dieser Nachbar. Man denke sich den Psychismus also als ‘Ideenkörper’. Im Idealismus sind Ideen irgendwo im Raum, sind Manifestationen oder Abstraktionen des Denkens, wie auch immer man das sehen mag. Beim Psychismus haben sie Form, sie haben einen Raum von innen und von aussen, während Ideen nur einen Raum von innen haben, und sich nach aussen nur dadurch irgendwann aufhören auszubreiten, dass sie von unterschiedlichem Wert und dadurch Grösse sind.

Wo findet sich denn nun der Psychismus, wenn er sich ja nicht im Phänomenalismus finden lässt? Hier ist wohl die Stelle, wo wir uns die Psychologie anschauen müssen. Was also ist Psychologie? Es ist eine Wissenschaft. Psychologie ist nichts anderes, als der moderne Versuch der Geisteswissenschaften, sich aller Metaphysik und sonstigem ‘reinen’ Denken zu entledigen, und naturwissenschaftlich zu werden. Denn die Naturwissenschaften sind heute derart dominant, dass der Begriff ‘wissenschaftlich’ fast mit ihnen gleichgesetzt wird. Die Psychologie bezeichnet sich also als Wissenschaft, und versucht dem gegenwärtigen Verständnis des Begriffes ‘Naturwissenschaft’ gleich zu kommen. Die Psychologen wollen also alles mögliche messbar und überprüfbar machen, und so studieren sie die inneren Vorgänge im Menschen, und versuchen diese zu entziffern. Was sie mit ihrer Methode tun, ist oftmals das Studium eines ‘inneren’ Phänomenalismus: sie betrachten nach innen gerichtete Erscheinung. Es ist eine Schnittstelle zwischen Phänomenalismus und Psychismus, welche die Psychologie betrachtet. Nach innen gerichtete Vorgänge anzuschauen sollte man sich jedoch als ‘intuitistischen Phänomenalismus’ denken, und man sollte es nicht direkt zum Psychismus zählen. Der Psychismus hätte auch ohne Husserl, Heidegger und andere Phänomenalisten schon genug zu tun.

Es ist für den Psychismus sehr gefährlich, wenn die Begriffe zugunsten des Phänomenalismus nicht auseinander gehalten werden. Viele Psychologen sind eigentlich Phänomenalisten, speziell wenn sie sich dafür interessieren, wie sich eine objektive ‘Wirklichkeit’ erfassen und beschreiben lässt, wie sich Wirklichkeit zusammensetzt. Solche Fragen, auch wenn das nicht besonders toll klingen mag, sollten den Psychismus nur am Rande interessieren. Viele Psychologen scheinen mit zunehmendem Alter den Weg zum Phänomenalismus einfacher zu finden, als den Weg zum Idealismus. Die Psychologie ist eher noch, dem eigentlichen Sinn des Namens nach, sich selbst, wo sie das Subjektive untersucht.

Es ist eigentlich erstaunlich, wie der Psychismus heute nicht vom Fleck kommt. Es gibt einen grossen Hunger nach dieser WA. Als Freud und Jung wirkten, wurden ihre Ideen sehr schnell aufgenommen, und noch während des Lebens dieser Psychisten im Praktischen umgesetzt. Ihre Ideen fanden sehr schnell den Weg ins Allgemeinwissen, Dinge, welche man heute als selbstverständlich sieht. Es sollten sich heute viele Menschen finden, welche an dieser WA im richtigen Sinne arbeiten. Vielleicht verhält es sich mit WA auch so, dass es eine “Essenszeit” und eine “Verdauungszeit” gibt. Da finden sich zum einen Zeitpunkt auf einmal ganz viele grosse Denker nahe beeinander, welche ihre grossen Werke schreiben, und damit ein Festmahl der Philosophie präparieren. Und dann findet daraufhin sich eine längere Ruhezeit, wo diese grossen Ideen langsam ihren Weg in die Allgemeinbildung finden, wo nicht viel produziert wird, sondern wo die Menschen die grossen Ideen gemächlich ‘verdauen’. Beim Psychismus hat man jedoch stets das Gefühl, dass er seiner Zeit hinterher hinkt.

Der deutsche Idealismus ist vorbei, und er hatte noch einige Nachbeben. Aber vielleicht sind wir jetzt in einer Zeit, wo vom Idealismus, vom Psychismus, vom Pneumatismus kaum noch etwas kommt, sondern wo, was geschaffen wurde, nun absorbiert werden kann. Vielleicht ist immer eine Gruppe von WA an der Reihe Köstlichkeiten herzustellen, während die anderen eine Verschnaufpause haben. Vielleicht sind die WA wie zwölf, aus dem Boden nach oben drehende Säulen, wobei es immer nur einer Seite erlaubt ist, weiter hinauf zu gehen. Da wäre immerzu irgendwo Bewegung und woanders Verlangsamung in diesem Säulenkreis, wobei alle Säulen stets ungefähr auf der gleichen Höhe sein sollten – nicht dass eine davon viel weiter unten, will heissen: viel weniger weit entwickelt ist, als alle anderen.

Der Psychismus sollte tiefe philosophische Untersuchungen anstellen. Was genau geschieht, wenn zwei Menschen aufeinander treffen? Es gibt da endlos viel Literatur dazu, und es darf nicht aufhören, dass weiter viel dazu gedacht und geschrieben wird. Wie sich ein Mensch durch sein Verhalten zeigt, sollte nur hindeuten auf all die sich darunter befindlichen Verhältnisse des menschlichen Geistes. All dies sollte er tun mit einem Bewusstsein für die dortige Lebendigkeit. Der Psychologe kann psychistische Methodik bis zur Perfektion in psychistischem Sinne ausführen, aber solange er sich keine Lebendigkeit in der Psyche vorstellen kann, werden seine Ergebnisse dadurch stark verfärbt. Von den Tiefen der Psyche sollte sich der Psychismus dann nach und nach zum offenen, einteildenden Logismus bewegen, weg vom Okkulten. Wäre nicht die Weltanschauungsstimmung (WAS) die Methode, sonder die WA, so wären Psychismus sowie Monadismus (die WA des individuellen Geistigen) zielführendste Methode des Logismus (eine WAS).

Kann sich ein Mensch nicht in eine Welt hinein versetzen, wo sich parallel zum Menschen etwas wirklich Lebendiges findet, das nicht im Gehirn ist, das nicht in irgendwelchen Nervenzellen ist, das nicht als Information durch irgendwelche Nervenbahnen zuckt, so wird es ihm mit dem Psychismus schwer fallen. Wie der Spiritualismus eine Vorstellung für eine geistige Welt voraussetzt, so setzt der Psychismus entsprechende Vorstellungskraft für Psychisches voraus. Fehlt diese Kraft, so landet man irgendwo anders, beim Idealismus, beim Sensualismus, beim Realismus, oder eben bei diesem intuitistischen Phänomenalismus, dieser WA wo alles aus Erscheinungen bestehen muss, welche sich dadurch abstufen, wie direkt erlebbar sie sind. So alleine setzen sich die WAS beim Phänomenalismus zusammen. Direkt Erlebbares ist gnostizistischer Phänomenalismus. Ein nur durch viele Umwege höchstens, nahezu zu Erspürendes, ist okkultistischer Phänomenalismus.

Beim Psychismus findet sich dagegen grösste Unterscheidung von WAS zu WAS. Der Psychismus wandelt sich durch die WAS in stärkster Weise. Der Psychismus zeigt sich durch die WAS in derart verschiedenen Formen, dass eine Form des Psychismus zur nächsten sich etwa so sehr unterscheidet, wie sich die WA Phänomenalismus von den WA Realismus und Sensualismus unterscheidet.

Für den Psychismus muss phänomenalistisches Erleben und Erscheinen wie leere Bewegung anmuten. Ja, da mag allerlei äussere Form zu finden sein, aber all die Erlebnisse sind wie ein Tanz um das Wesentliche herum. Der Phänomenalismus fragt: “Wo ist das Wirkliche, wie sieht es aus, wie wird es erlebt?”, der Psychismus fragt: “Wo ist das Wesentliche, wie verhalten sich die wesentlichen Dinge zueinander?” Das ‘Wirkliche’ geht nicht in die richtige Richtung – man will doch Erkenntnis durch die WA, dazu braucht es Ideen, belebte, beseelte Ideen am besten, nicht dieses deskriptive Angucken irgend einer Oberfläche, oder das Sezieren eines Erlebnisses. Das Wesentliche ist Erkenntnis, so soll man sich überlegen, was dazu gehört, und was man weglassen kann. Ist Betrachtung Erkenntnis? Nein. Sie kann dazu gehören, aber als erstes muss da gutes Denken sein, ein Denken das sich ausgewogen zum Fühlen und zum Wollen verhält. Wir beginnen beim Psychismus also mit dem guten Denken, und damit beginnen wir mit dem Menschen.

Der Psychismus hat noch Gewaltiges vor sich. Von den zwölf WA ist es ihm verantwortet, den Menschen auf jeder Ebene vollständig zu begreifen und zu kategorisieren. Er hat die Pflicht, die Welt über den Menschen zu lehren. Er hat sich dazu noch sehr viele Begriffe zu bilden. Da er seiner Opposition in seiner Kraft mindestens entsprechen sollte, diesem Phänomenalismus mit Heideggers tausendundein Begriffen, ist noch viel Aufholbedarf vorhanden. Entsprechend sollte beim Projekt ‘Fragen der WA’ unter der Rubrik ‘Kontemplation’ die Frage ‘Was ist der Mensch’ für den Psychismus gestellt werden, und es sollte von diesem versucht werden, diese Frage zu beantworten.

Harald Hass, schweizer Psychiater charakterisiert die psychefreie Psychologie treffend mit:

Weitere Ressource: https://www.gleech.org/psych (in englisch)

Methode des wisschenschaftlichen Psychismus

Ein jeder wird den Begriff ‘Ökonomie’ kennen, er setzt sich zusammen aus dem altgriechischen Oikos, Besitz, und dem Nomos, Gesetz. Die Ökonomie ist also jenes, das die Gesetze allen Tuns rund um Besitz umfasst, das Handeln, Verwalten, Schaffen usw. Gesetze werden also generell in sogenannten ‘-nomien’ zusammen gefasst. Wollen wir einen Begriff, um Naturgesetze zusammen fassen zu können, so haben wir dafür die Physionomie – ein Begriff der heute nicht mehr gebraucht wird im deutschen Sprachraum. Der entsprechende Begriff für die Gesetze der Psyche wäre demnach die ‘Psychonomie’.

So haben wir diese beiden gegenüber, die Physionomie für die Gesetze der äusseren, körperlichen Welt, die Psychonomie für die Gesetze der inneren, geistigen Welt. Der Mensch hat mit beiden gleichermassen zu tun, jedoch gilt für die beiden nicht das Gleiche, aus der Sicht des Menschen.

Wir lernen von klein auf, nach der Physionomie zu handeln. Wir kennen viele ihrer Gesetze instinktiv, oder zumindest erlernen wir sie instinktiv. In jeder Handlung gehen wir durch eine bestimmte Abfolge von Dingen, von der Absicht bis zum Erreichen oder Nichterreichen der Absicht. Die Absicht ist die Intention. Zum Erreichen der Intention haben wir dann bestimmte Bedingungen, wir nennen das die Kondition. Dann geht es zu der Handlung, das ist die Aktion, und je nachdem wie wir gehandelt haben, gibt es eine bestimmte Rückwirkung, die Reaktion. Ist die Reaktion in unserem Sinne, so haben wir zum Schluss die Akquisition, wo wir das Ziel erreicht haben, wo die ursprüngliche Intention erfüllt wird. Jede Handlung geschieht in einer solchen Abfolge, und wenn etwas schief läuft, so sehen wir oftmals, wo der Fehler geschehen ist. Je alltäglicher, einfacher die Intention, desto früher ist zu sehen, wo es scheitern wird. Manchmal sieht man es schon bei der Aktion, manchmal etwas später bei der Reaktion, manchmal erst beim Ergebnis, bei der Akquisition.

Als Kleinkind lernen wir z.B. anhand der Physionomie zu laufen. Da hat das Kind die Absicht, ‘dort’ zu sein. Um ‘Dort-Sein’ zu erreichen, ist die Bedingung, sich ‘dort hin’ zu bewegen, und die Bewegung hat in richtiger Weise zu geschehen. So geht es zur Handlung, und so wird das kleine Kind sich nach vorne neigen, ohne aber die Beine in einer richtigen Weise zu bewegen. Die Reaktion der körperlichen Welt ist dann also, dass es nach vorne hinfällt. Das wäre die Gravitation, die da wirkt. Die Akquisition findet in dieser Art also nicht statt, so muss es in der Aktion irgendwas ändern. Kommt es irgendwann an den Ort, an den es wollte, so erfüllt sich die ursprüngliche Intention, und wir haben Akquisition.

Wir sehen in der Physionomie bei der Reaktion oftmals deutlich die Auswirkungen unseres Handelns. Und auch wenn wir es erst bei der nicht eingetretenen Akquisition sehen, so können wir dennoch zurück verfolgen, wo das Problem lag.

Bei der Psychonomie haben wir nun andere Umstände. Wir haben die gleiche Abfolge von Dingen, aber es gibt da einen wesentlichen Unterschied, nämlich, dass wir die Reaktion nicht sehen. Wir sehen in der Psychonomie nicht, ob wir nun ‘hingefallen’ sind oder nicht. In der Psychonomie können wir Intention und Aktion sehen, aber was danach kommt, können wir nur über Umwege sehen. Wir wissen nichts von der Reaktion, bestenfalls sehen wir in einer nicht stattgefundenen Akquisition, dass da ein Problem gewesen sein muss. Aber wir kennen uns selbst, wir kennen uns als Menschen darin, wie wir mit Überzeugung irren. So ist auch die fehlgeschlagene Akquisition oftmals unsichtbar. Sonst würden wir nicht so oft über lange Zeit irren, mit vielen unserer Annahmen.

Wir brauchen für die Psychonomie also noch etwas anderes, um besser zu sehen, was in dieser Abfolge von Dingen denn geschieht. Wir müssen von der Akquisition zurück schliessen, wir nennen dies die ‘Konklusion’, oder Inferenz. Weil in der Psychonomie ‘Reaktion’ zwar da ist, aber unsichtbar, müssen wir nach der Akquisition noch ein anderes hinstellen, um zu erklären, was wir in der Akquisition sehen oder eben nicht sehen. So gehen wir von der Intention bis zur Konklusion. Auch wird es womöglich noch einen Schritt gebrauchen, um die Kondition überprüfen zu können. Das ist unsere etwas angepasste Methode, die wir gebrauchen können, um die Gesetze, die in der Psychonomie zusammen gefasst werden, zu finden.

“Der kleine Prinz”

Dies ist ein Märchen des Autors Antoine de Saint-Exupéry, in dem ein kleiner Junge von Asteroid zu Asteroid geht, und verschiedenen seltsamen Menschen begegnet, die jeweils ihren Asteroiden bewohnen. Er trifft den König, den Eitlen, den Trinker, den Geschäftsmann, den Laternenanzünder, den Geographen und schliesslich, als die siebte Station, geht er auf die Erde, wo er Verschiedenes antrifft.

Auf der Erde gibt ihm ein Fuchs drei Sätze mit: “Du kannst nur kennen, was du zähmst.” Weiter sagt ihm der Fuchs: “Machst du dich mit etwas vertraut, so trägst du Verantwortung dafür.” Und zuletzt: “Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.” Wer die WA sucht in der Welt, für den gelten, so meine ich, diese drei Sätze.

Der kleine Prinz repräsentiert in diesem Märchen den echten Menschen. Er ist derjenige, der die anderen Asteroiden besuchen geht, und sich für diese interessiert, während die Bewohner der anderen Asteroiden in bestimmten Wege verfahren sind, und es nicht schaffen, aus diesen Verhaltensweisen wieder heraus zu kommen. Die anderen Asteroiden repräsentieren ‘Fallen’ für den Menschen, die er meiden sollte. Sie sind wie eine kindliche Version der Todsünden. Manche Menschen gehen in WA hinein, aus denen sie sich im Alter irgendwann nicht mehr heraus wagen. Der Mensch muss jedoch verschiedene WA erleben, für gewöhnlich sind das drei WA, durch die man in einem Leben geht, und die Abfolge folgt gewissen Gesetzen. Kann der Mensch sich nicht dazu überwinden, eine solche WA-Reise zu machen, sich nach zwanzig, dreissig Jahren in neue Gewässer zu begeben, so steht sein Leben auf einmal still, er hat eine ‘Midlife-Crisis’ oder etwas dergleichen. In der Jugend hingegen ist man das Gegenteil, da ist man beweglich, ohne sich irgendwo festhalten zu wollen.

Man hört sich diese Geschichte vielleicht erstmals als Kind an, als die abenteuerliche Reise eines Jungen ungefähr gleichen Alters, und sie lässt die Fantasie spielen, wie es doch wäre, alle möglichen Asteroiden besuchen zu gehen, mit allen möglichen Bewohnern drauf. Wird man jedoch älter, so kommen in einem dann gerne einmal Überlegungen zu der Bedeutung einer solchen Geschichte auf, und man überlegt sich, ob da nicht etwas erzählt wird, das zwar nicht direkt angesprochen, aber doch behandelt wird. Und eine solche Überlegung ist, ob diese Asteroiden nicht etwas repräsentieren, das für einen Menschen vielleicht gar mehr wahr ist, als z.B. eine physische Sache, die man vor sich finden mag.

Stellt man sich den Menschen als eine kleine Welt vor, so ist das Bild des Asteroiden eigentlich ein sehr gutes. Der Asteroid ist dieser kleine Körper, der sich im Weltall befindet, und manchmal finden sich da andere fliegende Körper, die seinen Weg kreuzen. Und stellt man sich einen solchen Asteroiden als eine kleine Welt vor, die ihre ganz eigenen Gesetze hat, die ihre Gesetze beliebig abändern kann, die am gleichen Ort Gesetze haben kann, die sich widersprechen, dann hat man doch das Bild eines Menschen vor sich.

Denn genau eine solche Welt ist die Psyche des Menschen. Die Psyche ist eine kleine Welt, und wäre diese Welt eine, die einen Körper hat, so wäre dieser Körper vielleicht ein solcher bildhafter Asteroid. Diese asteroide Welt ist eine Psyche, und sie folgt ihrer eigenen Gesetzmässigkeit, beispielsweise kommt da eine kleine graue Wolke über diesen Asteroiden, wenn der Mensch betrübt ist, oder es kommt eine dunkle Wolke, mit einem kleinen Blitz und einem kurzen Dönnerchen, wenn der Mensch sich ärgert. Diese Welt sollte man sich nicht mit einem festen Boden vorstellen, sondern als etwas, das sich sich stets verändert, wölbt, beweglich ist, mit Anteilen aus Gas, aus Flüssigkeit, aus einer sich umformenden Substanz, und vielleicht auch festen Anteilen. Diese Anteile können nach Belieben geschaffen und entfernt werden, manche Anteile werden von der Aussenwelt dieser Psyche aufgedrängt. Gravitation kann mal hier hin sich richten, mal da hin, es liegt alles am Menschen, wie er es formen will. Vielleicht hat diese Welt auch Eigenschaften, die sich dieser Psyche von der Aussenwelt aufgedrängt haben, die diese kleine Welt haben muss. Vielleicht ist es eine zierliche Psyche, in der alles sanft, lieb und hübsch sein muss, vielleicht ist es eine grässliche Psyche, mit einer Kluft in der Mitte, in der alles von Schmerz und Abneigung durchzogen ist. Denkt man sich Psyche auf diese Weise, so nähert man sich durchaus dem Wesen des Menschen.

Die äussere Wirklichkeit mag sein wie sie will, mit dem Menschen hat man etwas, das mit der äusseren Wirklichkeit kaum beschrieben werden kann. Die äussere Wirklichkeit, die grosse Welt die uns alle umgibt, folgt einer perfekten Gesetzmässigkeit, sebst die Veränderlichkeit der Gesetzmässigkeit ist in ihr gesetzmässig. Die äussere Welt ist wie eine Idealversion von Psyche. So bezeichnen wir diese äussere Welt zusammenfassend als “Pneuma”. Ist die Psyche der (vielleicht kurze) Hauch, so ist das Pneuma der regelmässige, unablässig wiederkehrende Atem.

Dieses Pneuma ist die Urpsyche. Und für die kleinen Psychen, von denen jeder Mensch eine einzelne hat, wird die Gegenwart der Urpsyche benötigt, um nicht das Gefühl für Gesetzmässigkeit zu verlieren. Die Urpsyche, die Natur, erinnert den Menschen an das Wesen, zu dem seine Psyche streben sollte. Geht ein Mensch in die Natur, so erlebt er im Prinzip ‘Anleitung zu Gesetzmässigkeit’. Natur ist dem Menschen nichts anderes, als ein Vorbild dazu, wie er seine eigene Psyche ordnen sollte. Deswegen ist es für Menschen so gesund, und wichtig, immer wieder in die Natur zu gehen, und dort Urpsyche zu erleben. Lebt ein Mensch ein Leben lang in der Stadt, so ist er weit mehr gefährdet, geistig zu erkranken, als wenn er immer wieder mit der Natur in Berührung kommt. Nur von kleinen Psychen umgeben zu sein, ist ein Erlebnis von Chaos.

Lebt man unter vielen Menschen, so kann all diese mutwillige Gesetzmässigkeit eine Belastung sein. Denn die Gesetze der Psyche eines Menschen verändern sich mit jedem äusseren Anreiz ein bisschen. Und wenn es darum geht, sich einer grösseren Menge an Psychen anzupassen, so kann die individuelle Gesetzmässigkeit einer Psyche fast vom einen Moment auf den anderen für die Ideen einer Massenpsyche aufgegeben werden. Da ist der Mensch sehr opportunistisch.

Das ist ein Bild der Psyche, das man aus dem Märchen des ‘kleinen Prinzen’ nehmen kann.

Psyche als kleines Pneuma

An anderer Stelle wurde erwähnt, wie der Psychismus “mehr” sei “als eine kleine Form des Pneumatismus”. Dieser Artikel geht nun gegen diese Aussage, und behauptet, dass zwar nicht der Psychismus ein kleiner Pneumatismus sei, dass aber die Psyche des einzelnen Menschen durchaus ein kleines Pneuma darstelle.

Begegnet man einem Menschen, so sollte man sich aus der Psychonomie vorstellen, dass da eine ganze Welt vor einem steht. Im Vergleich zur Erde ist das natürlich eine sehr kleine Welt, und ihre Gesetze haben kaum Folgerichtigkeit (Kausalität), kaum eine ordentliche Gesetzmässigkeit, wie man sie mit der äusseren Welt vorfindet. Es ist eine kleine Welt, aber doch eine, die sich in gleicher Weise sonst nirgendwo findet. Diese kleine Welt vor einem unterscheidet sich von jeder anderen, und sie ist mehr, als nur eine Ansammlung von Eigenschaften. Denn mit dieser Welt hängt auch eine bestimmte Zukunft zusammen.

Für Psychisten ist es nicht schwer, sich für Menschen zu interessieren, weil mit dem Menschen etwas in der Welt ist, das eine unendliche Tiefe in sich birgt, und eine kleine Version des höchsten Göttlichen repräsentiert. Das Grösste am Menschen ist sein Potential zum echten Pneuma zu werden. Es ist in Ansätzen eine Version des Pneumatischeb, die vielleicht einmal zum selben Göttlichen anwächst, und selber eine Welt schöpfen kann, welche solche Kausalität vorfindet, wie das diejenige tut, die wir uns alle miteinander teilen.

Der Mensch wächst zum Göttlichen heran, indem er Widerstände überwindet, über viel Zeit über sich und die Welt lernt, und vor allem sich von bestimmten Dingen befreit. Es ist eine Art Reinigung, welche bis in die Unendlichkeit stattfinden kann. Denkt man pneumatistisch, und denkt sich einen Engel, so hat dieses Wesen, trotz seiner Höhe, relativ zu den Wesen über ihm, eine gewisse Unreinheit an sich. Und dieses noch Höhere hat eine Unreinigkeit relativ zu dem noch einmal Höheren. Gott dann ist jenes, das sich von aller Unreinheit gelöst hat, er ist das absolut Reine, absolut Unvorstellbare.

Der Mensch ist, bildlich gesprochen, noch nicht wirklich Gottes Kind, eher erst eine Ansammlung von Zellen, die einmal zu etwas anwächst, dem eine äussere Ähnlichkeit zum höchsten Göttlichen zugeschrieben werden kann.

Wenn man nun durch den Tag geht, und dieses und jenes tut, so werden verschiedenste Menschen auf einen reagieren, und sie werden auf verschiedenste Arten reagieren. So wird man sich ganz normal verhalten können, und da wird sich trotzdem einer finden, der sich daran gewaltig stören wird. Und auf der anderen Seite kann man sich fürchterlich verhalten, laut und distanzlos sein, und da werden sich Menschen finden, die das in keinster Weise auch nur annähernd stört. Wie ist das möglich, dass da auf die gleiche Information derart unterschiedliche Reaktionen von den Menschen ausgehen?

Wir haben im Psychismus das Thema Psychonomie, mit dem wir etwas über die Gesetze der Psyche herausfinden wollen. Wenn aber jeder Mensch etwas anders reagiert, und manche Menschen ein zu allem anderen widersprüchliches Verhalten aufweisen, was will man da überhaupt Gesetze suchen?

Es ist ein Irrtum, anzunehmen, dass sich da nicht trotzdem allerlei Gesetze finden. Denn die Richtung der Reaktion ist gesetzmässig, nur das Ausmass ist manchmal sehr unterschiedlich. Wenn man sich fürchterlich verhält, so wird das auf die anderen Menschen eine negative Wirkung haben. Auch wenn ein ‘Engel’ von einem Menschen vor einem steht, dieser Mensch wird sich dadurch nicht besser fühlen. Das ist die Gesetzmässigkeit.

Isolation z.B., oder ‘sensorische Deprivation’, wird sich auf einen Menschen nach einer bestimmten Zeit immer in die gleiche Richtung auswirken: der Mensch wird einsam. Es ist eine der schrecklichsten Foltermethoden, dem Menschen alle Sinne zu nehmen. Normalerweise geschieht Folterung durch Reizüberflutung, auch, weil sich dadurch die Psyche nicht so sehr in sich selbst ertränkt, und vom Gefolterten noch Information genommen werden kann. Aber es gibt Umstände, in denen genau das gewollt wird. Der Mensch wird richtig gebrochen durch Reizmangel, und die schlimmsten Egoisten können einen solchen Schatten eines Menschen gebrauchen, um beliebige Ideen da einzupflanzen. Es erübrigt sich zu sagen, dass solche Dinge zu den ungeheuerlichsten Dingen gehören, die man einem Menschen antun kann. Man kann sich nur ausmahlen, was mit Lagern wie Guantanamo bezweckt wird, aber dafür sei hier nicht der Platz. Gott, anders als der Mensch, braucht hingegen keine äusseren Reize, er ist in sich absolut kausal, er braucht nicht eine noch grössere Welt, die ihm durch Reize mitteilt, wo er steht.

Es gibt z.B. Kinder, welche in einer Kriegszone aufgewachsen sind, und später munter und fröhlich ihr Leben leben. Andere, welche als Kind Krieg erlebt haben, sind zutiefst traumatisiert, was auch sehr verständlich ist. Und das liegt nicht daran, dass das eine Kind weniger schlimme Dinge erlebt hat, als das andere, es ist einfach so, dass sich Menschen finden, welche sich kaum traumatisieren lassen, wo jeder andere traumatisiert wäre, und dass es auf der anderen Seite Menschen gibt, welche durch kleinste Dinge eine Traumatisierung entwickeln können. Die meisten sind zwischen diesen Extremen.

Deswegen sollte man sich den Menschen als eine mehr oder weniger eigenständige Welt denken. Und weil der Mensch in seiner Fähigkeit, schöpferisch zu sein, noch sehr eingeschränkt ist, folgen seine innere Gesetze nur vage den Gesetzmässigkeiten, die ihm wirklich entsprechen. Da ist immer noch die physische Welt, die Ideen der Aussenwelt, der eigene Körper, der sich immer wieder meldet, und bestimmte Dinge gebraucht. All diese Dinge wirken ununterbrochen auf den Menschen ein, und der Mensch braucht dieses Einwirken dringendst, denn es gibt ihm stets einen Rahmen vor, in dem er wirken kann, der ihm zurückmeldet, wenn er sich nicht den Naturgesetzen oder menschengemachten Regeln entsprechend verhält. Und je nachdem, wie er diese Rückmeldungen interpretiert, fügt er seine Erkenntnisse in sein bestehendes, gelerntes Verhalten ein.

Der Begriff Psyche beschrieb bei den alten Griechen Seele, Geist, Hauch, Atem. Pneuma stand oder steht ebenso für Hauch und Atem, aber es trifft auf letzteres weit besser zu. Denn der Hauch ist etwas, das von etwas ausgeht, und das kann man vom Menschen noch nicht wirklich sagen. Der Mensch ist eher ein Windchen, das sich treiben lässt und getrieben wird. Entspräche die Psyche des Menschen einem Atem, so wäre er weniger abhängig davon, ob nun Reize auf ihn einfluten oder nicht, und in welchem Ausmass dies geschieht. Wir können vielleicht sagen, das Psyche ‘Hauch’ ist, und Pneuma einem ‘Atmen’ entspricht.

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Der Psychismus (kurz: PCM) ist eine der dutzend Weltanschauungen (kurz: DWA), und damit Teil des Weltanschauungsprinzips (kurz: WAP). Dies gliedert sich wie folgt:

WAP Weltanschauungsprinzip

  • DWA = Dutzend Weltanschauungen
    1. DMM Dynamismus
    2. ILM Idealismus
    3. MDM Monadismus
    4. MLM Materialismus
    5. MZM Mathematizismus
    6. PCM Psychismus <—-
    7. PLM Phänomenalismus
    8. PTM Pneumatismus
    9. RAM Rationalismus
    10. REM Realismus
    11. SSM Sensualismus
    12. STM Spiritualismus

Der Psychismus ist in der alphabetischen Auflistung an sechster Stelle. Die anderen elf WA haben ebenso ihre jeweilige Webseite, der Dynamismus z.B. ist bald unter https://dynamismus.me zu finden. Bei allen findet sich diesselbe .me Endung.

Viel Vergnügen beim Lesen!